Beschreibung
War es Langeweile an der Bushaltestelle? So erzählt es zumindest Ralph Baer: Er hat 1966 eine Idee, die aus passiven Fernsehzuschauern aktive Zocker macht.
In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:
- welche Faszination auch heute noch von den ersten Spielekonsolen ausgeht,
- wie unpünktlicher Personen-Nahverkehr und langweiliges Fernseh-Programm Pate an der Wiege der Videospiele stehen,
- warum Ralph Baer mit ausgewählten Kollegen in Firmenwerkstätten und auch im eigenen Keller an seiner Erfindung tüftelt,
- warum er bunte Plastikfolien auf Fernseher klebt.
Anmachen. Reingucken. Fernsehgeräte sind in den 1960er-Jahren vor allem Empfänger. Das stört den Deutsch-Amerikaner Ralph Baer, gelernter Fachmann für Fernsehtechnik. Elektronische Schaltungen und Transistoren sind sein täglich Brot. Seine Idee ist, Fernseher für was anderes zu benutzen als nur zum Fernsehen. Nicht passiv, sondern interaktiv.
Ab Mitte der 1960er-Jahre entwickelt Ralph Baer die erste Videospielkonsole der Welt für Millionen US-amerikanischer Fernsehgeräte. Der Prototyp hat einen ganz banalen Namen. Er heißt "Brown Box", weil es eine braune Box ist. Da drin ist noch kein richtiger Computer. Computer sind immer noch zu groß. Logikschaltkreise sind aber schon drin: eine digitale Schaltung, teilweise mit analogen Bauteilen, die bestimmte Dinge auf dem Fernseher anzeigen kann.
Baers Arbeitgeber, ein Rüstungskonzern, ist bei der Vermarktung des Gerätes keine Hilfe. Andere Anbieter zögern, sich auf die neue Welt einzulassen. Am Ende einer kleinen Werbe-"Odyssee" produziert der Elektronikhersteller Magnavox das Spielsystem. Es erscheint im September 1972 in den USA - unter dem passenden Namen: "Odyssee".
Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
- Matthias Oborski, Leiter des Computerspielemuseums Berlin
- Ralph Baer, Erfinder und Entwickler
Weiterführende Links:
- Planet Wissen: Spielen
- Planet Wissen: Geschichte des Computers
ARD-Mediathek-Tipp:
Die Video-Dokumentation "Staatsgeheimnis RAF - Terroristen in der DDR" zeichnet nach, wie in den 1980er-Jahren zehn RAF-Aussteiger ein unauffälliges Leben in Ostdeutschland führten.
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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Ralph Erdenberger
Redaktion: Frank Zirpins





