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Auf den Punkt · 9. Oktober 2026

Friedensnobelpreis für Navi Pillay: Gegen das Recht des Stärkeren

13 MinNachrichtenFolge 2382

Beschreibung

Auf der Favoritenliste für den Friedensnobelpreis 2026 standen weit oben unter anderem die Organisation Emergency Response Rooms Sudan, eine Hilfsorganisation, die während der größten humanitären Krise unserer Zeit Menschen mit dem Nötigsten versorgt, und die sehr bekannte Hilfsorganisation Save the Children. Auch der ukrainischen Menschenrechtsaktivisten Mykola Kuleba wurde als möglicher Preisträger gehandelt.

Aber das Nobelpreiskomitee hat sich dann doch für jemand anderes entschieden: Die diesjährige Preisträgerin ist Navanethem “Navi” Pillay, Juristin aus Südafrika. In ihrer langen Laufbahn war die 85-Jährige Richterin am Obersten Gericht in Südafrika sowie am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. Sie hat Opfer der Rassentrennung in Südafrika und Anti-Apartheid-Aktivisten verteidigt, unter anderem Nelson Mandela, und sie hat maßgeblich an der juristischen Aufarbeitung des Völkermords in Ruanda mitgewirkt. Bis heute ist sie aktiv, spricht auf Panels und arbeitet unter anderem am Internationalen Gerichtshof.

Der Vorsitzende des Nobelpreiskomitees, der die Vergabe verkündet hat, hat Pillay für ihren mutigen Einsatz für das Völkerrecht und gegen Kriegsverbrechen und Genozid gewürdigt. Und er hat ihre Arbeit in einen größeren Kontext eingebettet: In der aktuellen Zeit, in der es besonders viele Kriege und Konflikte gebe, sei das internationale Recht keine Ergänzung für Frieden und Sicherheit, sondern eine absolute Notwendigkeit. Dennoch stehe das internationale Recht gerade jetzt enorm unter Druck und die Institutionen, die es vertreten, würden attackiert.

Über die Bedeutung des Friedensnobelpreises für Navi Pillay spricht in dieser Folge von “Auf den Punkt” Tobias Matern, der stellvertretende Politik-Ressortleiter der SZ.

Weitere Nachrichten: massive US-Sanktionen gegen Internationalen Strafgerichtshof; BMW will AfD-Landtagspräsident Tobias Rausch keinen Dienstwagen stellen; Bahn will bis 2031 weniger Strecken sanieren als geplant.

Zum Weiterlesen und -hören: Hier geht es zur Podcast-Miniserie “Viola. Eine Frage des Motivs”.

Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter

Redaktion: Johannes Korsche

Produktion: Ann-Kathrin Schneider

Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über Nobel Prize (Youtube).

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