Funktioniert Werbung auf Facebook auch ohne Tracking?

Streit mit Apple, der Angriff auf das Kapitol in Washington, ein Putsch in Myanmar – bei all den großen Themen, mit denen Facebook zu tun hat, vergisst man manchmal, dass dort auch ganz normale Menschen arbeiten. Und so muss Michael Pietsch, Facebooks „Head of Fashion Platforms DACH“, vor dem Podcast erst einmal die Internetverbindung seines Macbooks als Priorität einstellen, damit ihm sein Sohn nicht die Bandbreite streitig macht.

Pietsch verantwortet bei Facebook Werbekunden wie Otto oder Zalando – und er ist es gewohnt, kritische Fragen zu beantworten. Noch im Sommer hatten auch in Deutschland große Unternehmen wie VW, Henkel und SAP zeitweilig Facebook-Werbung boykottiert – im Rahmen einer Protest-Aktion gegen Hassrede auf dem Netzwerk. Finanziell war das für den Milliardenkonzern Facebook kein großes Problem – ein Imageschaden ist es allemal.

Facebook kämpft dabei an mehreren Fronten gleichzeitig: Mit Apple liefert sich Facebook gerade eine Debatte darum, welche Daten das Netzwerk von iPhones bekommt. Man sehe Apple verstärkt als „einen unserer größten Konkurrenten“, sagte Mark Zuckerberg im Januar. „Apple mag behaupten, dass sie es tun, um den Leuten zu helfen – aber ihre Schritte folgen klar ihren Wettbewerbsinteressen“, so der Facebook Chef.

In Australien wurde Facebook nach einem Streit mit Rupert Murdochs mächtigem Medien-Imperium News Corp dazu gedrängt, Millionenbeträge an das Unternehmen zu zahlen.

Auch in der EU steht Facebook unter Feuer – Europaabgeordnete wie Alexandra Geese kritisieren Facebook und wollen mit neuen Gesetzen „den Hebel direkt an das Geschäftsmodell der Tech-Konzerne mit spionierender Werbung setzen.“

Im t3n Podcast stellt sich Facebooks Michael Pietsch der Kritik und erklärt, warum das Unternehmen kein Problem damit hat, wenn Google sich von Tracking-Cookies abwendet.