“Das Wunder Europas”

Sigmar Gabriel über Chancen und Versäumnisse der Europäischen Union - Express Wir würden ein bisschen von dem Mut brauchen können, den die Robert Schumans ihrer Zeit hatten - die nicht Ängsten nachgegeben, sondern Hoffnung produziert haben. Das sagt Sigmar Gabriel mit Blick auf die europäische Gemeinschaft. Er erinnert an Schuman, der in seiner Rolle als französischer Außenminister entscheidend zur Einigung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg beigetragen hat. Gerade jetzt brauche es solch Visionäre, die sich nicht von temporären Stimmungen, sondern von grundlegenden Idealen haben leiten lassen. In dieser Ausgabe des World Briefing spricht Sigmar Gabriel über ein Europa, das für ihn ein Wunder ist. Dass wir Deutschen fundamentaler Teil einer Gemeinschaft geworden sind, deren Werte auf Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit beruhen, ist nicht selbstverständlich. Es zeigt, wozu Politik in der Lage ist, wenn sie wirklich will. Politik, die nicht schicksalhaft hinnimmt, sondern mutig agiert. Der ehemalige Außenminister, Vizekanzler, Bundeswirtschaftsminister und Ministerpräsident betont dabei, dass es nicht nur um die inneren Konflikte des Staatenbunds geht. So habe Europa immer noch nicht verstanden, dass es nicht mehr das Gravitationszentrum der Welt ist. Wir müssen wieder an Gewicht gewinnen. Vor allem für Deutschland gilt dabei: Nie allein, sondern immer gemeinsam.