Russlands Wirtschaft stottert: „Sitzt im Kreml noch ein 'Strongman'?“

F.A.Z. Machtprobe

Der 9. Mai ist ein wichtiger Tag in Russland: Jedes Jahr begeht Moskau den Sieg über Nazideutschland mit einer spektakulären Militärparade auf dem Roten Platz. Zu sehen sind Raketen, Panzer und modernste Militärtechnik – eine Machtdemonstration.

Dieses Jahr fallen die Feierlichkeiten aber bescheidener aus. Man verzichte auf die Präsentation wegen der „operativen Lage“, so die offizielle Erklärung. Die ukrainischen Drohnen- und Raketenangriffe tief im russischen Hinterland verunsichern nicht nur die Bevölkerung, sondern auch Militär und Politik. Und die Treffer auf russische Ölinfrastruktur verschärfen ein ohnehin wachsendes Problem: Die russische Wirtschaft kommt ins Stottern, selbst Wladimir Putin persönlich zeigte sich in öffentlichen Treffen mit hohen Regierungsbeamten zuletzt unzufrieden.

Die Gründe für die wirtschaftliche Flaute sind vielschichtig, die Folgen werden im ganzen Land spürbarer und die Unzufriedenheit größer. „Noch hat Putin natürlich die Kontrolle. Aber dieser Eindruck von Stärke, der lange Putins Hauptverkaufsargument war, der ist dahin“, sagt der F.A.Z.-Korrespondent für Russland, Friedrich Schmidt.

In der Sendung hören wir außerdem von Vasily Astrov, Ökonom und Russland-Experte am WIIW, dem Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche. „Zum ersten Mal entsteht der Eindruck, dass die wirtschaftliche Stagnation und der Rückgang vom BIP in den ersten Monaten von 2026 auch aus der Sicht von Präsidenten Putin besorgniserregend sind“.

Der Druck steigt also, aber die russische Wirtschaft ist weit entfernt von einem Zusammenbruch – auch dank Freunden in Peking, Teheran und Delhi. Über die Situation in Russland und die möglichen Auswirkungen für den Krieg in der Ukraine sprechen wir in dieser Ausgabe unseres Auslandspodcasts F.A.Z. Machtprobe.

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