Beschreibung
Bayerische Flüche mit religiösem Hintergrund
Das Bayerische hat eine ganze Reihe schöner Ausdrücke, die man in anderen Regionen seltsam findet. Hier ist die Herleitung aber nicht schwierig: "Kruzitürken" und "Sakradi" sind beides sogenannte Euphemismen. Es sind blasphemische Ausdrücke, die man etwas verändert, wodurch sie weniger schlimm werden.
Von "Sacré Dieu" zu "Sakradi"
"Sakradi" kommt von "Sacré Dieu", also "heiliger Gott". Wir sollen ja den Namen Gottes nicht unnütz brauchen, wie es in der Bibel heißt. Deswegen wird "Sacré Dieu" zu "Sakradi" umgeformt.
"Kruzi" – in "Kruzitürken" – geht auf das "Kruzifix" zurück, also das Kreuz, an das der Heiland genagelt wurde. Das sollte man natürlich auch nicht im Alltag einfach so als Fluch verwenden.
"Kruzitürken": Warum ausgerechnet "Türken"?
"Kruzitürken" deshalb, weil "der Türke", genauer gesagt die Osmanen, über lange Zeit gefürchtete Feinde waren. Zweimal standen sie vor Wien – im 16. und im 17. Jahrhundert. Die Osmanen waren damals "die Heiden", "die Gefahr", "die Teufel im Osten", wie man sie manchmal genannt hat. Das war etwas, womit man besonders gut fluchen konnte. "Kruzitürken" ist also besonders stark.
"Sapperlot" gehört auch in diese Reihe, das kommt ebenfalls aus dem Französischen. Und hier geht es immer um das Heilige, das verwendet werden soll – aber eben so verändert, dass es nicht mehr ganz so gotteslästerlich klingt.
Vom "Gottes Blitz" zu "Potz Blitz"
"Potz Blitz" ist ein weiteres altes Beispiel. "Gottes Blitz soll dich treffen" heißt das eigentlich. Aber aus "Gottes" bzw. "Gotts" wird "Potz" – und schon sind wir anscheinend auf der sicheren Seite.